Corona und Du

Infoportal für Eltern: Tipps zur Förderung der psychischen Gesundheit Ihres Kindes!

Corona, Ihr Kind und Sie

  • Willkommen

    Liebe Eltern,

    die Corona-Pandemie hat uns in eine zermürbend anstrengende und unsichere Situation gebracht. So etwas haben wir alle noch nicht erlebt. Sie als Eltern und Ihre Kinder sind besonders gefordert. Neue Herausforderungen im beruflichen Alltag und starke Einschränkungen im sozialen Leben und im Schulalltag verlangen Ihnen und Ihren Kindern unglaublich viel ab.

    Schulschließungen, Homeschooling, eingeschränkter Kontakt zu Freunden, Einschränkungen in zahlreichen Freizeitaktivitäten, fehlende Bewegung, Nachrichten von neu auftretenden Virusmutationen, ungeklärte Zukunftsfragen – all das kann sich massiv auf die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirken.

    Manche Kinder und Jugendliche sind häufiger und länger schlechter gelaunt, ziehen sich mehr zurück, wirken besorgter und sprechen weniger als zuvor. Manche haben Angst, dass sich die Familie mit dem Virus ansteckt; oder dass Eltern ihre Jobs verlieren; dass Beziehungen oder Freundschaften unter den Kontaktbeschränkungen leiden oder gar auseinander brechen. Und wenn die Sorgen und die Ängste größer werden, kommt es auch öfter zu Streitigkeiten und angespannten Situationen innerhalb der Familien.

  • Was Sie auf dieser Webseite erwartet

    So können Sie Ihr Kind in Zeiten von Corona unterstützen

    Mit dieser Website möchten wir dabei helfen, dass Sie mit Ihrem Kind besser durch die Krise kommen.

    Mit ganz konkreten Tipps zum Umgang mit Corona-Belastungen. Diese Tipps basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie können dabei helfen, der Entstehung psychischer Probleme vorzubeugen. Die Tipps helfen aber auch dabei, mit bestehenden Belastungen besser umzugehen.

    Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

Was Ihrem Kind
jetzt helfen kann:
Sorgen Sie für ein
gesundes Umfeld

  • So sorgen Sie für guten Schlaf

    Das ist die Lage:
    Einige Kinder und Jugendliche schlafen zurzeit schlechter. Sie schlafen nicht durch, wachen zu früh auf (bevor der Wecker klingelt) oder haben Alpträume, manchmal mehrmals in der Woche. Das kann damit zu tun haben, dass sie sich viele und z. T. ganz neue Sorgen machen, sich gestresst fühlen. Und das hat Konsequenzen: Oft führen Schlafstörungen zu Müdigkeit, Gereiztheit oder Konzentrationsproblemen.
    Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche ausreichend und gut schlafen. Wer gut schläft, fühlt sich wohler, ist robuster und widerstandsfähiger. Das gilt in der Corona-Krise mehr denn je.
    Nachfolgend finden Sie Empfehlungen für einen gesunden Schlaf für Ihr Kind. Es ist hilfreich, diese einmal gemeinsam zu besprechen. Sicherlich können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, die Tipps umzusetzen. Denn ein erholsamer Schlaf tut nicht nur Ihrem Kind, sondern auch Ihnen gut!

    Das können Sie tun:
    • Sorgen Sie für genügend Schlaf pro Nacht; ca. 8-10h sind gesund für Kinder und Jugendliche.

    • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind regelmäßig zur selben Uhrzeit ins Bett geht und aufsteht; unterstützen Sie Ihr Kind dabei, diese regelmäßigen Zeiten einzuhalten. Wenn Ihr Kind unter der Woche nicht genug Schlaf bekommen hat, ist es wichtig, Schlaf am Wochenende nachzuholen.

    • Vor dem Schlafengehen keine Action mehr, sondern entspannende Dinge tun (z.B. Lesen, ruhige Musik oder ein Hörbuch hören).

    • Falls Ihr Kind im Jugendalter ist und schon Kaffee trinkt, achten Sie auf einen reduzierten Koffeinkonsum. Achten Sie zudem darauf, dass auf koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Cola) ab dem späten Nachmittag ganz verzichtet wird.

    • Wenn Ihr Kind nach ca. 15-30 Minuten nicht eingeschlafen ist, kann es besser sein, dass es aufsteht und etwas Ruhiges in einem anderen Raum macht (z.B. Lesen). Erst wenn sich Ihr Kind müde fühlt, sollte es wieder ins Bett gehen.

    • Sorgen Sie dafür, dass im Bett nicht gelernt, am Smartphone gespielt oder ferngesehen wird. Denn beides regt eher an und hält die Kinder vom Einschlafen ab.

    • Nicht vergessen: Computer, Tablet oder Handy mindestens 1 Stunde vor dem Schlafengehen ausschalten.

    • Ihr Kind sollte tagsüber möglichst nicht schlafen, auch wenn es müde ist. Falls es sich nicht vermeiden lässt, ist es empfehlenswert, wenn Ihr Kind dann nicht länger als 10-20 Minuten schläft. Auch ein 10 Minuten-Schlaf kann sehr erholsam sein. Nach 17 Uhr sollten Kinder und Jugendliche allerdings auch keine kurzen Schlafphasen mehr haben.

    • Verwenden Sie keinesfalls Medikamente oder Alkohol als Einschlafhilfen.

    • Verändert sich das Schlafverhalten Ihres Kindes im Vergleich zu früher, sollten Sie es darauf ansprechen. Schlafprobleme können viele Gründe haben, dazu gehören neu aufgetretene Sorgen und Ängste. Halten die Schlafprobleme länger als 2 Wochen an, konsultieren Sie bitte Ihren Kinderarzt.

  • So fördern Sie Bewegung

    Das ist die Lage:
    Zurzeit können nicht mehr alle Sportarten wie gewohnt betrieben werden – es gibt aber weiterhin viele Möglichkeiten für Ihr Kind, sich zu bewegen und Sport zu treiben. Und das ist wichtig. Denn regelmäßiger Sport wirkt sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche positiv aus. Man weiß, dass durch Sport sogenannte Glückshormone ausgeschüttet werden. Diese Glückshormone verbessern die Stimmung.
    Sport kann zudem Stress abbauen und eine spannende Abwechslung vom Alltag bieten. Kurzum: Sport kann dazu beitragen, das Risiko für psychische Erkrankungen zu verringern.

    Das können Sie tun:
    • Ermutigen Sie Ihr Kind, sich täglich zu bewegen. Ideal sind Sportarten, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ausüben oder die Ihr Kind alleine ausüben kann. Joggen gehen, Inlineskaten oder Fahrrad fahren zum Beispiel. Auch gut (vor allem in Quarantäne): kostenlose Sportangebote zuhause nutzen, z.B. auf Youtube.

    • Sport im Freien (z.B. Radfahren) ist besonders gesund, denn Tages- und Sonnenlicht kann die Stimmung zusätzlich verbessern.

    • Selbst wenn Ihr Kind nicht an Sport interessiert ist: Ermutigen Sie es, sich körperlich zu betätigen, beispielsweise spazieren zu gehen.

    • Versuchen Sie, sportliche Aktivitäten ins Familienleben zu integrieren, z.B. gemeinsame Fahrradausflüge am Wochenende.

    • Machen Sie gemeinsam Sport.

    • Achten Sie stets darauf, dass sich Ihr Kind beim Sport nicht zu sehr unter Druck setzt.

  • So achten Sie auf eine gesunde Ernährung

    Das ist die Lage:
    Eine gesunde, ausgewogene Ernährung tut auch der Psyche gut. Helfen Sie daher mit, dass sich Ihr Kind ausgewogen ernährt.

    Das können Sie tun:
    • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ausreichend Gemüse und Obst isst. Seien Sie Vorbild: Wenn Sie selbst regelmäßig Salat essen und anbieten, können Sie meist auch die Kinder dafür gewinnen.

    • Servieren Sie Lieblingsspeisen wie Pizza und Nudeln nur als Ausnahmen.

    • Sorgen Sie dafür, dass tierische Lebensmittel (z.B. Fleisch, Wurst, Eier) nicht Hauptelemente der regelmäßigen Mahlzeiten sind.

    • Lassen Sie stark zuckerhaltige Nahrungsmittel, wie z.B. Softdrinks, am besten ganz weg, denn sie erhöhen das Risiko für eine Zuckererkrankung und Übergewicht.

    • Achten Sie darauf, dass regelmäßige Mahlzeiten über den Tag verteilt eingenommen werden. Das Frühstück sollte nicht ausgelassen werden.

    • Regen Sie dazu an, genügend zu trinken. Kinder und Jugendliche sollten idealerweise ungefähr 1,5l täglich trinken, am besten Wasser und ungesüßte Tees; die Menge muss natürlich je nach Körpergewicht und körperlicher Anstrengung angepasst werden.

    • Integrieren Sie gesunde Ernährung in den Alltag Ihres Kindes: kochen und essen Sie gemeinsam.

    • Diäten (ohne ärztliche Aufsicht) sind ungesund; zu fasten bzw. zu wenige Kalorien aufzunehmen, kann psychische Störungen begünstigen.

  • Keine legalen und illegalen Drogen für Ihr Kind!

    Das ist die Lage:
    Alkohol, Zigaretten und illegale Drogen können die Stimmung zwar kurzzeitig verbessern und z.B. für ein Gefühl der Entspannung sorgen; längerfristig begünstigt ein erhöhter und regelmäßiger Konsum dieser Substanzen jedoch die Entstehung psychischer und körperlicher Erkrankungen. Außerdem gilt natürlich: Der Konsum von Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen ist für Kinder und Jugendliche verboten (bzw. stark eingeschränkt).

    Das können Sie tun:
    • Wenn Sie das Gefühl haben oder beobachten, dass Ihr Kind illegale Drogen, Zigaretten oder Alkohol konsumiert, sprechen Sie es unter vier Augen oder zusammen mit Ihrem Partner an. Wichtig: Weder Sie noch Ihr Kind sollten bei dem Gespräch unter Zeitdruck stehen.

    • Fragen Sie Ihr Kind, warum es Drogen nimmt. Fühlt es sich aufgrund der ungewohnten Situation besonders gestresst?

    Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Wege zu finden, mit Stress besser.

    • Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind den Konsum von Alkohol und anderen illegalen Drogen nicht kontrollieren kann bzw. viel Alkohol konsumiert; dass es in Schwierigkeiten wegen des Konsums gerät (z.B. mit der Polizei); dass es aggressiv wird oder familiäre oder schulische Anforderungen nicht mehr erfüllen kann;

    Wenden Sie sich dann an spezielle Anlauf- bzw. Beratungsstellen.

Unterstützen Sie Ihr Kind aktiv

  • Was Sie tun können

    Mütter und Väter können viel tun, um ihr Kind während der Corona-Pandemie zu unterstützen. Im folgenden haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt.

    Als Eltern sind Sie in Corona-Zeiten mit vielen Aufgaben belastet. Sie können nicht immer alles schaffen, vor allem nicht alles gleichzeitig. Auch kann die Situation eintreten, dass Sie sich aus unterschiedlichen Gründen mit der Erziehung des Kindes überfordert fühlen. Wichtig ist, dass Sie sich selbst rechtzeitig Hilfe holen, wenn Sie sich über längere Zeit bzw. wiederholt überfordert fühlen. Sie können sich dann z.B. an Erziehungsberatungsstellen wenden oder an geeignete Fachpersonen, wie z.B. Beratungsstellen oder Psychotherapeuten.

  • So hören Sie besonders gut hin

    Das ist die Lage:
    Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich aktuell besonders verunsichert oder gestresst. Jetzt ist es besonders wichtig, ein offenes Ohr für ihre großen und kleinen Probleme zu haben.

    Das können Sie tun:
    • Fangen Sie Gespräche möglichst dann an, wenn Ihr Kind offen dafür erscheint.

    • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Interessen (z.B. Hobbies, zuletzt gesehene Filme/Serien, gespielte Videospiele…).

    • Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass es mit Ihnen über alles, auch schwierige Themen, sprechen kann. Sprechen Sie sensible/schwierige Themen an, wenn Sie alleine mit Ihrem Kind und in einer ruhigen Umgebung sind. Dann fällt es Ihrem Kind leichter, sich zu öffnen.

    • Akzeptieren Sie, wenn Ihr Kind eine andere Meinung hat als Sie.

    • Sprechen Sie Ihr Kind auf einfühlsame Art an, z.B. so: „Du siehst besorgt aus, belastet dich etwas?“ oder „Es hört sich so an, als wärst du wütend. Möchtest du darüber sprechen?”.

    • Hören Sie Ihrem Kind gut zu, wenn es über Gefühle spricht. Damit es sie besser benennen, verstehen und auch besser damit umgehen kann.

    • Spielen Sie die Gefühle Ihres Kindes nicht herunter. Vermeiden Sie Aussagen wie: „Stell dich nicht so an, wir haben alle gerade mit der Corona-Zeit zu kämpfen“. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass seine Gefühle wichtig sind.

    • Zeigen Sie Einfühlungsvermögen für Gefühle anderer und nehmen Sie vor allem die Gefühle Ihres Kindes an (z.B. „Ich kann gut verstehen, dass du verängstigt bist…“).

  • So reduzieren Sie Konflikte mit Ihrem Kind

    Das ist die Lage:
    Familien verbringen während der Corona-Pandemie deutlich mehr Zeit miteinander. Ganz normal, dass es öfter zu Konflikten kommt. Es ist nicht möglich und auch gar nicht sinnvoll, Konflikte mit Ihrem Kind generell zu vermeiden. Man kann und sollte sie jetzt aber reduzieren, so gut es geht. Vor allem kommt es darauf an, wie Sie damit umgehen!

    Das können Sie tun:
    • Fragen Sie sich, welche Reibereien nicht so wichtig (z.B. Kleinigkeiten, die schon länger her sind) und welche notwendig für das Wohlergehen und die Sicherheit des Kindes sind.

    • Ignorieren Sie Reibereien, die nicht so wichtig sind. Setzen Sie sich mit den wirklich wichtigen Konfliktpunkten auseinander.

    • Gemeinsam an Konflikte und Probleme heranzugehen, macht stark. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, die Konflike selbst zu lösen. Es hilft meist nicht so viel, wenn Sie den Konflikt für Ihr Kind lösen.

    • Falls Sie viele Konflikte mit Ihrem Kind haben: Zeigen Sie ihm dennoch Ihre Zuneigung. Versuchen Sie, weiterhin normale alltägliche Gespräche zu führen.

    • Zeigen Sie, dass Sie für Ihr Kind da sind, auch wenn es abweisend auf Sie reagiert. Insbesondere Teenager wünschen sich Liebe und Akzeptanz ihrer Eltern, auch wenn sie es nicht immer zeigen können.

    • Vermeiden Sie es, Ihr Kind auf eine persönliche Art und Weise zu kritisieren (z.B. „Du bist so faul, raff dich doch endlich mal zu was auf.“). Beziehen Sie sich auf konkretes Verhalten (z.B. „Du verbringst gerade zu viel Zeit mit deinem Smartphone, nimmst dir zu wenig Zeit für Schulisches.“).

    • Entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind, wenn Sie merken, dass Sie es auf eine persönliche Art und Weise kritisiert oder attackiert haben.

  • So reduzieren Sie Konflikte mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner

    Das ist die Lage
    Viele Eltern sind in der Corona-Pandemie häufiger selbst sehr gestresst, haben weniger Ressourcen und können Konflikte schlechter lösen. Intensive elterliche/partnerschaftliche Konflikte können Kinder psychisch belasten. Es ist aber auch keine Lösung, Konflikten mit dem Partner/der Partnerin grundsätzlich aus dem Weg zu gehen.
    Ganz wichtig: Wenn Sie Partnerkonflikte haben, sollte Ihr Kind sich nicht für eine Seite entscheiden müssen.

    Das können Sie tun:
    • Tragen Sie Konflikte nicht vor Kindern aus (gilt vor allem bei jüngeren Kindern)

    • Kritisieren Sie Ihren Partner nicht grundsätzlich persönlich (z.B. „Du bist so selbstsüchtig“). Kritisieren Sie nur ganz konkrete Verhaltensweisen (z.B. „Mich stört, dass du dich nicht selbst darum kümmerst, deine Wäsche aufzuräumen.“)

    • Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin Konfliktlösungen zu finden. Ihr Kind kann Probleme nicht für Sie lösen. Versuchen Sie, ihr Kind nicht in ihre Auseinandersetzungen einzubeziehen.

    • Falls Sie sehr häufige Konflikte mit Ihrem Partner / Ihrer Partnerin haben, holen Sie sich professionelle Hilfe.
    Hier finden Sie geeignete Anlaufstellen.

  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind!

    Das ist die Lage:
    In der Corona-Zeit müssen sich Eltern oft um viele zusätzliche Dinge kümmern, sie fühlen sich oft gehetzt und manchmal auch überfordert. Da kann die Aufmerksamkeit für das eigene Kind ein wenig verloren gehen. Zeigen Sie, dass Sie wirklich interessiert sind am Leben Ihres Kindes. Bringen Sie sich aktiv ein. So fühlt es sich geliebt und beachtet.

    Das können Sie tun:
    • Gespräche über gemeinsame Interessen, aktuellen Themen des Alltags, das zuletzt gelesene Buch oder gesehener Film, …….

    • Gemeinsames Kochen und Essen kann viel Spaß machen!

    • Entdecken Sie das gemeinsame Spielen, viele Gesellschafts- oder Kartenspiele machen viel Spaß

    • Ausflug in Corona-Zeiten: Natürlich möglich und wichtig, am besten aktiv, mit dem Fahrrad in die nähere Umgebung!

    • Gemeinsam Lachen tut auch der Psyche gut!

    • Informieren Sie sich gut, aber unaufdringlich über alles, was in der Schule passiert.

  • So fördern Sie Selbstständigkeit

    Das ist die Lage:
    Eltern sollten die Aktivitäten, Gedanken und Gefühle von Kindern und Jugendlichen nicht übermäßig kontrollieren. Denn das erhöht das Risiko für die Entwicklung psychischer Belastungen. Finden Sie also eine gute Balance zwischen „Ich gebe auf mein Kind acht“ und „Ich gebe meinem Kind Raum und Privatsphäre“.

    Das können Sie tun:
    • Ermutigen Sie Ihr Kind zur Selbstständigkeit.

    • Fördern Sie Unabhängigkeit und Eigenverantwortung.

    • Ermuntern Sie Ihr Kind, Aktivitäten und Interessen auszuprobieren, damit es rausfinden kann: Was interessiert mich wirklich? Was macht mir wirklich Spaß?

    • Regen Sie Ihr Kind an, sich zu engagieren, z.B. im Haushalt zu helfen. Geben Sie ihm altersangemessene Aufträge, übertragen Sie Verantwortung.

  • So etablieren Sie klare Familienregeln und Konsequenzen

    Das ist die Lage:
    Klare Regeln in der Familie sind in der Corona-Zeit besonders wichtig. Familien leben enger zusammen, verbringen mehr Zeit miteinander. Dies ist nicht immer einfach. Klare Regeln helfen, dem veränderten Alltag Struktur zu geben – und den Kindern und Jugendlichen Halt.

    Das können Sie tun:
    • Beziehen Sie Ihr Kind ein, wenn Sie Familienregeln entwickeln und formulieren.

    • Etablieren Sie wenige und einfache Regeln (z.B. „Wenn ich Gegenstände aus der Küche benutzt habe, räume ich sie weg und lasse sie nicht in der Wohnung stehen.“). Gehen Sie sicher, dass Ihr Kind die Regeln wirklich verstanden hat.

    • Erklären Sie immer, was genau hinter den Regeln steckt. Auch wenn es nicht immer den Anschein hat: Ihr Kind weiß klare Regeln zu schätzen.

    • Halten Sie sich an Ihre eigenen Regeln.

    • Wenden Sie immer die gleichen Regeln an. Wenn die Regeln nicht beachtet werden sollten prompte, nachvollziehbare Konsequenzen folgen (z.B. wenn Ihr Kind sich nicht an die verabredete Tablet-Zeit hält, muss es das Tablet am selben Tag abgeben).

    • Wenden Sie keine Konsequenzen an, die nichts mit dem unerwünschten Verhalten zu tun haben (z.B. Staubsaugen für überschrittene Tablet-Zeit).

    • Wenden Sie vor allem keine Konsequenzen an, die Ihr Kind demütigen (z.B. Aufgaben machen lassen, die keinen Zweck erfüllen).

    • Behalten Sie die Regeln und Konsequenzen auch dann bei, wenn Sie sich dadurch kurzzeitig unbeliebt machen.

    • „Belohnen“ Sie Ihr Kind, wenn es sich angemessen verhält bzw. an vereinbarte Regeln hält: loben Sie es, bedanken Sie sich oder erlauben Sie Ihrem Kind etwas, das nicht alltäglich ist.

  • So stärken Sie die positiven Beziehungen Ihres Kindes

    Das ist die Lage:
    Auch wenn Ihr Kind seine Freunde gerade nicht in gewohnter Weise treffen kann: Es ist sehr wichtig, dass es den Kontakt zu seinen Freunden aufrechterhält. Positive Beziehungen zu Freunden helfen zum Beispiel dabei, Stress abzubauen und können für Freude und Abwechslung sorgen. Durch den Kontakt mit Freunden und Bekannten kann Ihr Kind auch soziale Fähigkeiten ausbauen.

    Das können Sie tun:
    • Bestärken Sie Ihr Kind darin, positive soziale Beziehungen aufrecht zu erhalten. Dies kann auch telefonisch oder per Videochat geschehen.

    • Ermutigen Sie Ihr Kind, sich anderen gegenüber offen und unterstützend zu verhalten (z.B. Hilfe in schwierigen Situationen anzubieten).

  • So unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Stress abzubauen

    Das ist die Lage:
    Ab und an hat jeder Stress. Das ist normal und an sich nicht schädlich. Die Corona-Zeit kann bei Kindern und Jugendlichen aber extremen Stress auslösen. Der Alltag verändert sich, die Lebenssituation ist neu und ungewohnt und wird nicht selten von den Kindern und Jugendlichen als unkontrollierbar erlebt. Wenn Stress lange anhält und nicht abgebaut wird, kann er sehr belastend werden und sogar zu einer psychischen Erkrankung führen.

    Das können Sie tun:
    • Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, eine feste Tagesstruktur aufrecht zu erhalten. Zu einer Tagesstruktur zählen feste, regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten sowie Mahlzeiten. Sie können mit Ihrem Kind zusammen Abläufe z.B. in einem Plan festhalten. Der Zeitplan sollte nicht zu eng getaktet sein, sodass Zeit für Entspannung bleibt.

    • Ermutigen Sie Ihr Kind, gerade jetzt gesund zu leben (siehe Hinweise zu Schlaf, Bewegung, Ernährung, Alkohol/Drogen). Das kann Stress erheblich reduzieren.

    • Helfen Sie Ihrem Kind dabei, Methoden zu finden, wie es entspannen kann (auch Methoden wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Atemübungen können helfen, Stress zu reduzieren. Solche Entspannungsmethoden kann man z.B. in Kursen oder über Youtube-Tutorials lernen)

    • Sprechen Sie Ihr Kind an, wenn Sie das Gefühl haben, dass es gestresst ist. Über Stress sprechen kann schon dazu führen, dass man sich weniger gestresst fühlt. Drängen Sie es aber nicht, wenn es nicht reden möchte.

    • Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind dauerhaft gestresst ist: Holen Sie sich fachlichen Rat. Fachliche Expert*innen können mit Ihnen und Ihrem Kind besprechen, wie es am besten mit dem Stress umgehen kann.

    • Wenn Sie selbst belastet und dauerhaft gestresst sind, wirkt sich das auch auf Ihr Kind aus. Holen Sie sich dann selbst Unterstützung, um Stress abzubauen. Die folgenden Links helfen Ihnen bei der Suche nach geeigneten Anlaufstellen

Weitere Tipps

  • Spezifische Corona-Tipps

    Denken Sie dran: Nobody is perfect
    Unterstützen Sie Ihr Kind beim Umsetzen der Hygienemaßnahmen
    Zuhören und miteinander reden
    Vermitteln Sie Stabilität
    Schaffen Sie ein Wohlfühlambiente
    Begrenzen Sie die Medienzeiten
    Ermuntern Sie Ihr Kind, Ihnen Fragen zu stellen

    Kinder- und Jugendgerecht aufbereitete Informationsquellen:

    ZDF, Logo
    WDR, Sendung mit der Maus

    Hier finden Sie Informationsquellen, die für Erwachsene aufbereitet sind und die Sie daher gemeinsam mit Ihrem Kind ansehen und besprechen sollten:

    Robert-Koch-Institut
    Informationen der Bundesregierung

Anlaufstellen

  • Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche

    Wo Eltern Beratung und Unterstützung finden:
    Wenn Sie spüren, dass die psychische Belastung bei Ihrem Kind oder bei Ihnen zu groß wird: Holen Sie sich professionelle Hilfe. Das gilt insbesondere dann, wenn es zu Gewalt innerhalb der Familie kommt.

    Die entsprechenden Informationen zu spezifischen Anlaufstellen für Ihre Kinder finden sie auch hierunter:
    Kinder- und Jugendseite

    Anlaufstellen und Seelsorge (telefonische Beratung, Beratung per Mail, Beratung per Chat oder persönliche Beratung)
    Nummer gegen Kummer, Telefon-, Mail- und Chatberatung, Telefon: 116111

    Nummer gegen Kummer

    Angebot des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Telefon-, Mail- und Chatberatung, Telefon: 0800/2255530

    UBSKM

    Jugendämter oder Kinder- und Jugendnotdienst, die Nummern hierfür sind regional unterschiedlich. Bitte recherchieren Sie dafür im Internet am besten nach einem Jugendamt bzw. einem Kinder- und Jugendnotdienst in einer Stadt in Ihrer Nähe.

    Therapeutische Unterstützung

    Kann Ihr Kind bei verschiedenen Berufsgruppen finden:
    • FachärztIn für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
    • ÄrztIn für Kinder- und Jugendmedizin oder Allgemeinmedizin mit Fachkunde für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
    • Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn
    • Psychotherapeut*in mit Fachkunde für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

    Aufgrund der aktuellen Lage können psychotherapeutische Sitzungen momentan auch per Video oder Telefon erfolgen. Nur für die ersten Sitzungen ist es nötig, dass Ihr Kind persönlich in der Praxis oder Klinik erscheint. Über freie Plätze können Sie sich zusammen mit Ihrem Kind am besten über die Kassenärztliche Vereinigung informieren (Tel: 116117).

    Stattdessen können Sie sich auch an die Bundespsychotherapeutenkammer wenden. Dort gibt es eine interaktive Deutschlandkarte, über die eine geeignete Fachperson im Wohnumfeld gefunden werden kann.

    Bundespsychotherapeutenkammer

    Kinder- und jugendpsychiatrische Unterstützung

    Viele kinder- und jugendpsychiatrische Einrichtungen bieten zusätzliche Telefonsprechstunden an, recherchieren Sie hierfür am besten nach einer Kinder- und Jugendpsychiatrie in der nächstgelegenen Stadt. Diese finden Sie im Internet beispielswiese unter:

    kinderpsychiater.org

    Grundsätzlich gilt: Viele Anlaufstellen haben ihr Angebot aufgrund der Corona-Situation ausgeweitet.

  • Anlaufstellen für Eltern

    Folgende Anlaufstellen können Ihnen selbst weiterhelfen:

    Anlaufstellen und Seelsorge
    Nummer gegen Kummer, Elterntelefon, anonym und kostenlos, Telefonnummer: 0800 111 0 550

    Nummer gegen Kummer

    BZgA Telefonberatung zur Gesundheit während der Corona-Zeit, kostenlos und anonym, Telefonnummer: 0800 2322783

    BZgA Telefonberatung

    Telefonseelsorge, kostenlose Telefon- Mail- oder Chatberatung der evangelischen und katholischen Kirche, Telefonnummern: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder 116 123

    Telefonseelsorge

    Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen”, Telefon- Chat- oder Mailberatung für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben, Telefonnummer: 08000 116 016

    Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

    Angebot des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), für Fragen und Hilfe bei sexuellem Kindesmissbrauch, Telefon: 0800/2255530

    UBSKM

    Kenn Dein Limit, unabhängiges Informationsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Kostenfreie Informationen zum Thema Alkoholkonsum bzw. Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen und spezifische Tipps, wie Sie Ihr Kind unterstützen können. Zudem Telefon- und Online-Beratung.

    Kenn Dein Limit

    Pro Familia, Beratungsangebot vor Ort oder online, u.a. zum Thema Elternsein oder Partnerkonflikte

    Pro Familia

    Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. , Mail- und Chatberatung, Foren, rund um die Uhr

    bke-Elternberatung

    Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Wenden Sie sich bei Erziehungsfragen an eine Erziehungs- oder Familienberatungsstelle in der nächstgelegenen Stadt.

    Schulpsychologische Beratung. Bei Fragen rund um die Schule wenden Sie sich an die entsprechende Schule Ihres Kindes und dort an die SchulpsychologInnen oder SchulpädagogikInnen.

    • Therapeutische Unterstützung:
    Auch Sie können sich therapeutische Unterstützung holen. Dafür können Sie die Kassenärztliche Vereinigung telefonisch kontaktieren und nach freien Plätzen fragen (Tel: 116117, Website). Alternativ können Sie sich über einen freien Platz über die Bundespsychotherapeutenkammer (Website) informieren.

    Telefonnummer für den Krisenfall
    Falls es Ihnen sehr schlecht gehen sollte, dann können Sie telefonisch Hilfe anfordern. Wenden Sie sich bitte direkt an den ärztlichen Bereitschaftsdienst, Telefonnummer: 116 117 oder an den Krisendienst Psychiatrie, Telefonnummer: 0180 655 3000 (tägl. 9 – 24 Uhr).